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Brachy-
therapie

Brachy- therapie
Brachytherapie

Brachytherapie

Brachytherapie - Methode

Bei der Brachytherapie (Kurzdistanztherapie) werden strahlende Materialien (Nuklide) am oder im zu bestrahlenden Tumor plaziert.

In einer Distanz von 1,5-2 cm erreicht man dadurch hohe, den Tumor vernichtende Dosen. Die bei der Brachytherapie abgegebene Strahlung ist durch einen steilen Dosisabfall zur Umgebung gekennzeichnet, somit ist eine gute Schonung von tumorumgebenden, gesunden Gewebe möglich. 

Die Brachytherapie wird abhängig von der Dosisleistung im HDR- (high-dose-rate), LDR- (low-dose-rate) oder PDR- (pulse-dose-rate) Verfahren durchgeführt.
Typischerweise erfolgt die Brachytherapie in Afterloading- (Nachlade-) Technik. Durch den Arzt / Ärztin werden zunächst Hohlapplikatoren (Schläuche und Metallhülsen mit einem Innendurchmesser unter 2 mm) in anatomische Hohlräume (z.B. Scheide, Gebärmutter, Luftröhre, Speiseröhre) eingelegt. Mittels spezieller Nadeln ist auch eine Spickung möglich. Nachdem die Applikatoren plaziert worden sind, wird die korrekte Lage unter Röntgendurchleuchtung kontrolliert und dokumentiert.

Anschließend wird aus einem strahlensicheren Tresor eine Sonde, an dessen Ende das strahlende Material eingearbeitet ist, ferngesteuert über ein Anschlußstück in den Hohlapplikator eingefahren. Entsprechend der medizinischen und physikalischen Computerplanung fährt die Strahlenquelle bestimmte Punkte an, um dort vorab genau berechnete Zeiten zu verweilen. Durch eine individuelle Anpassung der Verweilzeiten kann die Dosisverteilung optimal dem Tumorvolumen angepaßt werden. Ein weiterer Vorteil des Afterloading-Verfahrens ist die Vermeidung einer Strahlenexpostion des behandelnden Personals.

Unsere Praxis führt in Kooperation mit der Radiologie Pinneberg diese Therapie in Pinneberg durch. Die Brachytherapie wid mit Iridium 192 in HDR-Technik durchgeführt. Abhängig von der Tumorlokalisation / -technik sind 3-6 Sitzungen erforderlich. Die reine Bestrahlungzeit beträgt meist wenige Minuten bis zu einer halben Stunde. Die Behandlung erfolgt in der Regel ambulant.

Einsatzbereiche

Die Strahlentherapie wird überwiegend bei Krebserkrankungen eingesetzt. Es gibt aber auch zahlreiche gutartige Beschwerden, die sich erfolgreich therapieren lassen. Näheres dazu erfahren Sie unter „Gutartige Erkrankungen“.

Behandlungsablauf

Nach Überweisung zu uns findet ein persönliches Gespräch statt, in dem die Vorgeschichte des Patienten erfragt und eine körperliche Untersuchung durchgeführt wird. Um sich ein umfassendes Bild über die Erkrankung machen zu können, sind Arztbriefe, Untersuchungsbefunde, Operationsberichte, histologische Befunde und die angefertigten Röntgen- bzw. Kernspintomografie-Bilder unverzichtbar und müssen zum Vorstellungstermin mitgebracht werden. Auf Grund aller verfügbaren Informationen wird ein individueller Behandlungsplan erstellt. Als Strahlentherapeuten und Radioonkologen sind wir grundsätzlich mit allen Tumorerkrankungen in allen Stadien befasst. Dies verschafft uns einen guten Überblick über das gesamte Gebiet der Onkologie, so dass wir in der Lage sind, detailliert, ausgewogen und auf der Basis der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse beraten zu können. In einem ausführlichen Aufklärungsgespräch informieren wir über die Zielsetzung der Behandlung, den Ablauf und mögliche Nebenwirkungen.

Individuelle Bestrahlungsplanung

Die Festlegung des Behandlungsplanes erfordert in vielen Fällen die Absprache mit den an der Tumorbehandlung beteiligten Fachdisziplinen und ggf. die Vervollständigung der Voruntersuchungen. Sobald der Entschluss zur Strahlentherapie mit dem Patienten getroffen ist, werden die weiteren Termine zur Vorbereitung und Einleitung der Therapie vereinbart.

Der Patient/die Patientin wird abhängig von der Tumorlokalisation speziell gelagert, um im weiteren Verlauf eine sichere und täglich reproduzierbare Einstellung zu gewährleisten. Hierzu kann die z.B. die Anfertigung spezieller Kopfmasken für eine Behandlung von Erkrankungen im Kopf- und Halsbereich oder sog. Vakuummatratzen insbesondere für stereotaktische Behandlungen z.B. von Lungen- und Lebertumoren gehören. Anschließend wird eine Computertomographie (CT) oder PET/CT, ggfs. auch eine Kernspintomographie (MR) in der vorgewählten Lagerung durchgeführt, die zur dreidimensionalen und bei Verwendung sog. atem-gesteuerter Behandlungen auch 4D-CT’s Bestrahlungsplanung notwendig sind. Eventuell bereits vorher erstellte CT- oder MR-Aufnahmen sind wichtig, aber für die speziellen Belange der Bestrahlungsplanung nicht verwendbar, da der Patient/die Patientin für die Strahlentherapie in besonderer Weise auf dem Behandlungstisch positioniert werden muss. Anhand der Informationen aus den Untersuchungen wird ein individueller Therapieplan durch den behandelnden Arzt und die Medizinphysikexperten erstellt. Im nächsten Schritt werden in der CT-Simulation die Bestrahlungsfelder angezeichnet. Nach Abschluss aller vorbereitenden Schritte, die zumeist an mehreren aufeinander folgenden Tagen erfolgen, beginnt die eigentliche Strahlentherapie.

Medizinische Physik 

Die medizinische Physik der Radioonkologie Mörkenstraße übernimmt im Rahmen der physikalisch–technischen Betreuung die 3D-Bestrahlungsplanung des Patienten, interne Qualitätssicherung nach DIN an den Bestrahlungsgeräten, dosimetrische Messungen, Strahlenschutzaufgaben und klinische Netzwerkadministration. Auch die Betreuung der Nuklearmedizin (PET/CT) fällt ebenfalls in den Aufgabenbereich des Medizinphysikers. Medizinphysiker sind Personen mit abgeschlossenem natur- oder ingenieur-wissenschaftlichem Studium und einer zusätzlichen zweijährigen Ausbildung. Sie werden auch als Medizinphysik-Experten (MPE) bezeichnet.

Ziel der Strahlentherapieplanung ist, das zu bestrahlende Zielvolumen optimal zu erfassen unter möglichst weitgehender Schonung anderer Organe, insbesondere von Risikoorganen wie z.B. Lunge, Rückenmark oder Rektum. Dazu wählt der Medizinphysiker eine bestimmte Strahlenart (Photonen, Elektronen) und variiert die Bestrahlungstechnik. 

Bei einer Mehrfeldertechnik z.B. werden mehrere Bestrahlungsfelder aus verschiedenen Richtungen eingestrahlt und überlagern sich im Zielvolumen. Dadurch wird die Oberflächendosis an der Haut stark herabgesetzt. Im Zielvolumen kommt es zur Dosiserhöhung.

Das Planungssystem liefert in jedem CT-Schnitt Isodosen. Isodosen sind Linien gleicher Dosis und vergleichbar mit auf Wetterkarten dargestellten Tief- oder Hochdruckgebieten (sog. Isobaren). 

Niedrige Isodosen werden in den folgenden Abbildungen blau, hohe rot und therapeutisch gewünschte grün dargestellt:


In den folgenden Bildern ist die Entstehungsgeschichte eines 3D-Bestrahlungsplanes zu sehen.

Beispielhafte Dosisverteilung im Körper bei der Verwendung nur eines Bestrahlungsfeldes. Rot die Regionen unerwünscht hoher Dosis, blau niedriger Dosis. Grüne Regionen entsprechen der gewünschten Dosisverteilung. Weitere Planung nötig.Hier die Ansicht in 3D. Ein Bestrahlungsfeld von vorne.
Verbesserte Dosisverteilung durch die Verwendung eines zweiten Bestrahlungsfeldes von unten.Ansicht in 3D. Zwei sich gegenüberliegende Bestrahlungsfelder (sog. opponierende Felder).
Weitere Verbesserung (Homogenisierung und Entlastung des Normalgewebes) der Dosisverteilung im Zielvolumen durch ein Feld von rechts.3D-Ansicht. Verwendung von drei Bestrahlungsfeldern.

Diese Technik wird auch als konformale Strahlentherapie bezeichnet. Diese Isodosen sollen im Idealfall das Zielvolumen umschließen. Das Bestrahlungsplanungssystem errechnet dreidimensionale Pläne, so dass man das gesamte Zielgebiet räumlich überschauen kann.

Gewünschtes Ergebnis. Gute Anpassung der Dosisverteilung 
(grüne Isodosen) an das Zielvolumen. 
3D-Ansicht. Vier Bestrahlungsfelder in sog. Boxtechnik bei Prostatakarzinom.

Zumeist erarbeitet der Medizinphysiker verschiedene Varianten von Bestrahlungsplänen. Im Dialog mit dem Strahlentherapeuten wird dann der für den Patienten effektivste Bestrahlungsplan ausgewählt.

Am Folgetag wird der Bestrahlungsplan am Simulator kontrolliert. Es handelt sich um ein Röntgengerät, das die Bewegungen des Beschleunigers simulieren kann. 

Unter Durchleuchtung lassen sich Kontrollaufnahmen der Bestrahlungsfelder anfertigen. Hier sehen Sie die Durchleuchtungsaufnahme eines Bestrahlungsfeldes. 
Die blauen Linien begrenzen das Bestrahlungsfeld (hier das linke Hüftgelenk) nach außen:

Nach erfolgreicher Simulation wird der Bestrahlungsplan für die tägliche Patientenbestrahlung freigegeben.

Für die in der Strahlentherapie verwendeten Geräte sind regelmäßige Checks und Messungen nach DIN vorgeschrieben, die eine Konstanz der dosimetrischen Daten gewährleisten.Die Bestrahlungsgeräte (Linearbeschleuniger) werden vor Aufnahme des Betriebes bezüglich ihrer Kenndaten vermessen. Diese Dosimetrie liefert die Eingangsdaten für das Bestrahlungsplanungssystem und die Dosisberechnung bei allen Bestrahlungstechniken.

In sog. Phantomen (Prüfkörper) messen die Medizinphysiker Dosisverteilungen. Die meist mit Wasser gefüllten Phantome sind dem menschlichen Gewebe ähnlich. Dosisverteilungen in Wasser sind also auf den Menschen übertragbar bzw. vergleichbar.

Mit Hilfe von Messsonden wird die Dosis im Phantom ermittelt. Wiederkehrende Vergleichsmessungen durch unabhängige Institute garantieren die gleichbleibende Qualität der Messergebnisse. Für jede Strahlenart gibt es spezielle Sonden.

Ihr Behandlungsplan

Die Festlegung des Behandlungsplanes erfordert in vielen Fällen die Absprache mit den an der Tumorbehandlung beteiligten Fachdisziplinen und ggf. die Vervollständigung der Voruntersuchungen. Sobald der Entschluss zur Strahlentherapie mit dem Patienten getroffen ist, werden die weiteren Termine zur Vorbereitung und Einleitung der Therapie vereinbart.

Ablauf der Strahlentherapie

Üblicherweise werden 4 bis 5 Bestrahlungen pro Woche (montags bis freitags) verabreicht, bei stereotaktischen Verfahren u.U. nur eine Behandlung (Radiochirurgie) oder 3 Fraktionen pro Woche. Die jeweilige Einzelfraktion dauert im Allgemeinen nur wenige Minuten. Zur Überprüfungen der exakten Positionierung des Patienten werden in regelmäßigen Abständen vor der Behandlung am Linearbeschleuniger Verifikationsaufnahmen und/oder sog. Kegelstrahlcomputertomographien erstellt, die ebenfalls nur wenige Minuten beanspruchen. 

Längere Bestrahlungspausen oder Unterbrechungen sind aus biologischen Gründen in der Regel nicht vorgesehen, können im Einzelfall aber notwendig werden, sollten unerwarteterweise die Nebenwirkungen für den Patienten zu belastend werden. Nach Abklingen der akuten Nebenwirkungen wird die Behandlung dann fortgesetzt.

Vertrauensvolle Beziehung

Die aufwändige technische Ausstattung einer modernen Strahlentherapiepraxis gewährleistet eine sichere, effektive und zugleich schonende Behandlung. Gegenseitiges Vertrauen ist für die meist mehrwöchige Behandlung von besonderer Bedeutung. Ärzte, MTAs, Medizinphysiker und Arzthelferinnen sind stets bemüht, Fragen zu beantworten und bei Problemen schnell zur Verfügung zu stehen. Regelmäßige Visiten durch die Ärzte überwachen den Ablauf, Verträglichkeit und den Erfolg der Behandlung. Nach Abschluss der Strahlenbehandlung erfolgt die Wiedervorstellung des Patienten beim zuweisenden Arzt. Die strahlentherapeutische Nachsorge erfolgt in Abstimmung mit den Hausärzten und beteiligten Fachärzten.

Nachsorge

Nach Abschluss der Strahlenbehandlung erfolgt die Wiedervorstellung des Patienten beim zuweisenden Arzt. Die strahlentherapeutische Nachsorge erfolgt in Abstimmung mit den Hausärzten und beteiligten Fachärzten.

Kontrastmittel

In bestimmten Fällen werden Untersuchungen mit Gabe von Kontrastmitteln notwendig werden. Einzelheiten hierzu erläutern wir Ihnen im persönlichen Gespräch. Hilfreich sind evtl. vorhandene Blutuntersuchungen (speziell Kreatinin- und TSH-Werte), die wir Sie bitten, mitzubringen.

Kontraindikation

Mögliche Kontraindikationen und Alternativen zu einer Strahlentherapie werden im persönlichen Gespräch dargelegt und erklärt werden.

Vorbereitung

Für die Untersuchung sind in der Regel keine besonderen Vorbereitungen erforderlich. Sie können vor der Untersuchung wie gewohnt essen, trinken und ggf. Ihre Medikamente einnehmen. Eventuell müssen spezielle CT-,MR- oder PET-CT-Untersuchungen mit Kontrastmittel durchgeführt werden. Einzelheiten hierzu erläutern wir Ihnen im persönlichen Gespräch.

Mitzubringende Unterlagen

  • CT-/MRT-Bilder: Bereits vorher erstellte CT- oder MR-Aufnahmen sind für uns nützlich, reichen aber allein für die Erstellung eines individuellen Bestrahlungsplans nicht aus
  • Voruntersuchungen und schriftliche Vorbefunde
  • Arztbriefe, Untersuchungsbefunde, Operationsberichte, histologische Befunde
  • Überweisung des behandelnden Arztes
  • Krankenversicherungs-Karte

Diese Methode führen wir in folgenden Standorten durch:

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